Flüchtlingslager Moria
Das griechische Flüchtlingslager Moria (griechisch προσφυγικό κέντρο Μόριας prosfygikó kéndro Mórias) befand sich im Landesinneren der ostägäischen Insel Lesbos nahe der Ortschaft Moria in der Gemeinde Mytilini. In dem für 2800 Personen konzipierten Lager lebten zeitweilig 20.000 Menschen (März 2020); es war Europas größtes Flüchtlingslager und ein sogenannter Hotspot der EU. In dem Lager herrschten wegen der Überfüllung jahrelang katastrophale Verhältnisse. In der Nacht auf den 9. September 2020 zerstörte ein Großbrand das Lager und die Habe der Flüchtlinge fast vollständig und machte 12.600 Menschen obdachlos. Zunächst wurden mehrere junge Migranten aus Afghanistan verdächtigt und verurteilt, das Feuer ausgelöst zu haben. 2025 wurden drei Beschuldigte von einem Jugendgericht freigelassen. Ein Teil der Menschen wurde nach dem Feuer auf das griechische Festland gebracht, für rund 7800 Menschen wurde ein provisorisches Zeltlager an der Küste in der Nähe des bereits bestehenden Flüchtlingslagers Kara Tepe errichtet.
- ↑ Jonas Breng: Lesbos im Chaos: „Wir müssen das Camp evakuieren“. In: stern.de. 19. März 2020, abgerufen am 6. Juni 2020.
- ↑ Migranten wegen Moria-Brandstiftung verurteilt. In: wienerzeitung.at. 10. März 2021, abgerufen am 26. März 2021.
- ↑ Flüchtlingslager Moria in Flammen. tagesschau.de, 9. September 2020, abgerufen am 20. Dezember 2020.
- ↑ Angeklagte im Moria-Prozess wieder frei. tagesschau.de, 9. April 2025, abgerufen am 27. Januar 2026.
- ↑ Moria: UNHCR warnt vor weiterer Not durch nahenden Winter. UNHCR Deutschland, 9. Oktober 2020, abgerufen am 20. Dezember 2020.