Florentiner Camerata

Die Camerata Fiorentina (Florentiner Camerata), auch bekannt als Camerata de’ Bardi, war ein Kreis von Dichtern, Musikern, Philosophen und Gelehrten des Adels, der sich zur Spätrenaissance in Florenz von etwa 1576 bis 1600 um den Grafen Giovanni de’ Bardi und später, ab dem Jahre 1592, auch um den Adligen Jacopo Corsi versammelte. Sie trafen sich im Haus von Giovanni de’ Bardi, und ihre Zusammenkünfte waren dafür bekannt, dass sie regelmäßig von den berühmtesten Männern Florenz’ besucht wurden. Die Aktivität der Camerata erreichte zwischen 1577 und 1582 ihren Höhepunkt. Während sie eine Wiederbelebung des griechischen Dramastils propagierte, führten die musikalischen Experimente der Camerata zur Entwicklung des Rezitativs. Auf diese Weise erleichterte sie die Komposition dramatischer Musik und die Entwicklung der Oper.

Der Begriff „Camerata“ wurde von den Mitgliedern des Kreises um Bardi geprägt und basierte offenbar auf dem italienischen Wort für „Kammer“ (camera), das einen Raum für wichtige Treffen beschrieb. Der Name für Bardis Gruppe als Camerata de’ Bardi stammt aus Giulio Caccinis Partitur für Euridice, in der er das Werk Graf Bardi widmet und an die „guten Jahre der Camerata“ erinnerte. Das früheste dokumentierte Treffen fand am 14. Januar 1573 im Haus von Graf Giovanni de’ Bardi statt.

  1. Donald Jay Grout: A Short History of Opera: One-Volume Edition. Columbia University Press, New York 1965 (englisch, 852 S.).
    1. S. 4
    2. S. 43
  2. Claude V. Palisca: Florentiner Camerata. In: The Florentine Camerata: Documentary Studies and Translations. Yale University Press, New Haven 1989, ISBN 0-300-03916-6 (englisch).
    1. S. 4-6
    2. S. 7
    3. S. 3
    4. S. 5
  3. Robert Donington: The Rise of Opera. Scribner, New York 1981, ISBN 0-684-17165-1 (englisch).
    1. S. 78
    2. S. 79