Flugzeugabsturz
Flugzeugabsturz bezeichnet je nach Sprachgebrauch verschiedene Arten von Flugunfällen. Der Begriff ist im Gegensatz zu Flugunfall nicht offiziell definiert. In amtlichen Veröffentlichungen, insbesondere der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), werden mit Absturz Flugunfälle bezeichnet, bei denen die Maschine ihre Flugfähigkeit verliert und nicht mehr kontrolliert gelandet werden kann. Auch Kontrollverlust bei bestehender Flugfähigkeit kann zum Absturz führen, z. B. durch Fehlbedienung seitens der Piloten wie im Fall des Air-France-Flugs 447.
Der Flugzeugabsturz unterscheidet sich damit von Start- oder Rollunfällen, von der Bruchlandung (bei der es während einer normalen Landung oder Notlandung zu Beschädigungen gekommen ist) sowie vom Controlled flight into terrain (CFIT), bei dem ein voll funktionsfähiges Flugzeug mit Gelände kollidiert. Als einzige Stelle weltweit verwendet jedoch das Schweizerische Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) den Begriff im Gegensatz zu den Regeln der internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) auch für CFIT und spricht von einem „kontrollierten Absturz ins Gelände“. In deutschsprachigen Medien wird der Begriff zudem ohne Sachkunde häufig auch für Flugunfälle verwendet, bei denen weder ein Kontrollverlust noch ein CFIT vorliegt.
Entgegen der häufig anzutreffenden Befürchtung führt der Ausfall sämtlicher Triebwerke, etwa infolge von Treibstoffmangel, nicht zwangsläufig zu einem Absturz. Flugzeuge sind generell auch ohne den Schub der Triebwerke flugfähig, müssen dann aber zur Geschwindigkeitserhaltung im Gleitflug Höhe abbauen. Zur Notversorgung der technischen Systeme besitzen einige Großflugzeuge einen vom Luftstrom angetriebenen Generator (Ram-Air-Turbine).
- ↑ Bundesamt für Zivilluftfahrt: Sicherheitsbericht 2007, S. 27 ( vom 7. März 2016 im Internet Archive) (PDF, 74 kB)
- ↑ Am 24. August 2001 gelang den Piloten eines Airbus A330-200 der Air Transat auf Air-Transat-Flug 236 ein 19-minütiger Gleitflug. Aufgrund eines Leitungslecks war Kraftstoff unbemerkt auf dem gesamten Flug über den Atlantik ausgetreten. Das Flugzeug flog nach dem Ausfall aller Triebwerke im Gleitflug weiter und absolvierte schließlich eine erfolgreiche Notlandung auf dem portugiesischen Militärflugplatz Lajes Field auf den Azoren. Sämtliche 306 Personen überstanden die Landung unversehrt, zu Verletzungen kam es erst beim Verlassen des Flugzeugs.