Folketingswahl 1973
Die Folketingswahl 1973 am 4. Dezember war die 54. Wahl zum dänischen Parlament, dem Folketing. Ausgeschrieben wurde die Wahl am 8. November desselben Jahres.
Alle bisher vertretenen Parteien verloren Stimmenanteile, am härtesten getroffen wurden hierbei die regierenden Sozialdemokraten und die oppositionelle Konservative Folkeparti. Zwei neue Parteien traten erstmals an und etablierten sich für die folgenden 28 Jahre im Parlament: die libertär-populistische Fremskridtspartiet wurde mit fast 16 Prozentpunkten aus dem Stand zur zweitgrößten Partei, die Centrum-Demokraterne erhielten 7,8 % der Stimmen und konnte ebenfalls deutlich die Sperrklausel überschreiten. Mit der Kristeligt Folkeparti, der Danmarks Kommunistiske Parti und Danmarks Retsforbund schafften drei weitere Parteien den Neueinzug ins Parlament und erhöhten so die Anzahl dort vertretener Parteien von fünf auf zehn. Aufgrund der deutlichen Umgestaltung der Parteienlandschaft wird diese Wahl in Dänemark als Jordskredsvalget („Erdrutschwahl“) bezeichnet.
Die Regierung der Sozialdemokraten unter Anker Jørgensen hatte nach dieser Wahl zunächst keine Zukunft. Stattdessen bildete die liberale Venstre eine Minderheitsregierung mit Poul Hartling als Ministerpräsidenten. Das Kabinett Hartling war in der dänischen Geschichte nicht nur die Regierung mit den wenigsten Ministern, sondern auch mit dem geringsten Sitzanteil im Folketing. Die Venstre verfügte nur über 22 der 179 Mandate und war auf die Tolerierung durch mehrere andere Parteien angewiesen.