Forcierter Opioidentzug in Narkose

Der forcierte Opioidentzug in Narkose (FOEN; auch: Antagonist-induzierter-Narkose-gestützter Opiat-Schnellentzug, AINOS; kurz auch nur: forcierter Opioidentzug, forcierte Entgiftung; umgangssprachlich auch: Ultra-Kurz-Entzug (UKE), Turboentzug; engl. Ultra Rapid Opiate Detoxification, abgek.: UROD oder URD; rapid detoxification with an opioid antagonist under general anaesthesia, abgek.: RD-GA) ist ein (Ultra-)Schnellentzug für Opioidabhängige unter Narkosebedingungen bzw. starker Sedierung und Verabreichung eines Opioidantagonisten. Das Risiko-Nutzen-Verhältnis gilt als schlecht, so dass diese Methode beispielsweise in Deutschland nicht mehr angewendet wird.

Die FOEN-Methode kommt nur für Patienten in Frage, die an einer alleinigen Abhängigkeit von Opioiden leiden, hoch motiviert sind, intensive Entzugssymptome sehr fürchten oder an mehreren vorherigen Entzügen gescheitert sind. Zusätzlich wird gefordert, dass die Patienten gut in ihrer sozialen Umgebung integriert sind. Weder ein Kurz- noch ein Langzeiterfolg ist garantiert, und schwerwiegende Komplikationen können auftreten.

  1. Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen: Leitfaden für Ärztinnen und Ärzte zur substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger. 5. überarbeitete Auflage, Dezember 2019, Seite 11. PDF-Version, letzter Abruf am 9. Mai 2021
  2. Mathias Berger (Hrsg.): Psychische Erkrankungen – Klinik und Therapie. Elsevier, 3. Auflage. 2009
  3. Richard P. Mattick u. a.: Pharmacotherapies for the Treatment of Opioid Dependence: Efficacy, Cost-Effectiveness and Implementation Guidelines. In: Informa, 2009