Frühgeburt
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| P07.2 | Neugeborenes mit extremer Unreife
Gestationsalter von weniger als 28 vollendeten Wochen (von weniger als 196 Tagen) |
| P07.3 | Sonstige vor dem Termin Geborene
Gestationsalter von 28 oder mehr vollendeten Wochen, jedoch weniger als 37 vollendete Wochen (ab 196 vollendete Tage bis unter 259 vollendete Tage) |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| KA21.4 | Frühgeborenes |
| KA21.40 | Frühgeborenes, Gestationsalter von 28 vollendeten Wochen |
| KA21.41 | Frühgeborenes, Gestationsalter von 29 vollendeten Wochen |
| KA21.42 | Frühgeborenes, Gestationsalter von 30 vollendeten Wochen |
| KA21.43 | Frühgeborenes, Gestationsalter von 31 vollendeten Wochen |
| KA21.44 | Frühgeborenes, Gestationsalter von 32 vollendeten Wochen |
| KA21.45 | Frühgeborenes, Gestationsalter von 33 vollendeten Wochen |
| KA21.46 | Frühgeborenes, Gestationsalter von 34 vollendeten Wochen |
| KA21.47 | Frühgeborenes, Gestationsalter von 35 vollendeten Wochen |
| KA21.48 | Frühgeborenes, Gestationsalter von 36 vollendeten Wochen |
| KA21.4Z | Frühgeborenes, nicht näher bezeichnet |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Von einer Frühgeburt spricht man bei der Geburt eines Säuglings vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (SSW). Manchmal werden auch die Betroffenen (sogar lebenslang) als Frühgeburten bezeichnet; ihre Eigenschaft heißt Frühgeburtlichkeit. Eine übliche Schwangerschaft dauert 40 Wochen (280 Tage nach der letzten Regelblutung). Bei frühgeborenen Kindern – oft „Frühchen“ genannt – dauert sie weniger als 260 Tage; gerechnet vom ersten Tag der letzten Menstruation. Sie wiegen in der Regel weniger als 2500 Gramm.
Der bis 2010 frühestgeborene überlebende Mensch in Europa kam nach nur 152 Tagen (21 Wochen und fünf Tagen) zur Welt und wog 460 g bei einer Größe von 26 cm. Im Dezember 2018 wurde im Sharp Mary Birch Hospital in San Diego Saybie mit einem Gewicht von knapp 245 g als das weltweit bislang wohl leichteste überlebende Neugeborene nach Geburtseinleitung in der 23. Schwangerschaftswoche geboren.
Laut der 2012 erschienenen Studie „Born too soon“ der WHO wird eins von zehn Babys weltweit zu früh geboren. Die Zahl ist dabei in nahezu allen Ländern steigend. Dies gilt auch für Industrienationen, was auf das steigende Alter der Mütter bei der Geburt zurückzuführen ist. In Deutschland lag die Frühgeborenenrate bei 9,2 %. Pro Jahr werden in Deutschland rund 63.000 Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren. Bei 8.000 davon handelt es sich um Frühstgeborene, die vor der 30. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen. Mit rund sechs Prozent lag die Frühgeburtenquote in Deutschland 2024 im internationalen Vergleich weiterhin relativ hoch, konnte aber stetig reduziert werden, wobei es für beides noch keine Erklärung gibt.
Frühgeburten sind Gegenstand der Neonatologie, eines Zweigs der Kinderheilkunde (Pädiatrie).
- ↑ Jörn Perske: 21-Wochen-Frühchen Frieda ist putzmunter. In: Welt Online. 1. März 2014, abgerufen am 2. Februar 2015.
- ↑ Leichtestes Baby der Welt verlässt Klinik. In: FAZ, 31. Mai 2019, S. 6.
- ↑ Baby überlebt mit nur 245 Gramm. In: Neue Westfälische, Bielefelder Tageblatt, 1./2. Juni 2019; dpa-Meldung.
- ↑ who.int (PDF; 518 kB)
- ↑ hil: Weltweit mehr als 15 Millionen Frühgeborene – Tendenz steigend. In: aerzteblatt.de. 3. Mai 2012, abgerufen am 2. Februar 2015.
- ↑ Frühgeborene: 8000 Geburten vor 37. Schwangerschaftswoche. In: aerztezeitung.de. 14. November 2012, abgerufen am 2. Februar 2015.
- ↑ Sechs von 100 Babys waren zu früh. (PDF) In: tk.de. Januar 2025, S. 5, abgerufen am 2. Februar 2025.