Französische Fußballnationalmannschaft

Frankreich
France
Spitzname(n) Les Bleus (Die Blauen)
Verband Fédération Française de Football
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor Nike
Cheftrainer Didier Deschamps
Co-Trainer Guy Stéphan
Kapitän Kylian Mbappé
Rekordspieler Hugo Lloris (145)
Rekordtorschütze Olivier Giroud (57)
Heimstadion Stade de France
FIFA-Code FRA
FIFA-Rang 1. (1877,32 Punkte)
(Stand: 1. April 2026)
Heim
Auswärts
Statistik
Erstes Länderspiel
Belgien 3:3 Frankreich
(Brüssel, Belgien; 1. Mai 1904)
Höchster Sieg
Frankreich 14:0 Gibraltar
(Nizza, Frankreich; 18. November 2023)
Höchste Niederlage
Dänemark 17:1 Frankreich
(London, England; 22. Oktober 1908)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaften
Endrundenteilnahmen 16 (Erste: 1930)
Beste Ergebnisse Sieger 1998, 2018
Europameisterschaften
Endrundenteilnahmen 11 (Erste: 1960)
Beste Ergebnisse Sieger 1984, 2000
Konföderationen-Pokal
Endrundenteilnahmen 5 (Erste: 1997)
Beste Ergebnisse Sieger 2001, 2003
UEFA Nations League
Endrundenteilnahmen 2 (Erste: 2019)
Beste Ergebnisse Sieger 2021
(Stand: 9. September 2025)

Die französische Fußballnationalmannschaft der Männer (französisch Équipe de France de football) häufig auch Les Bleus (nach den traditionell blauen Trikots) oder in deutschsprachigen Medien Équipe Tricolore (nach der Flagge Frankreichs) genannt, ist eine der erfolgreichsten Nationalmannschaften im Fußball. Aufgrund ihrer personellen Zusammensetzung entwickelte sich ab 1998 zudem in wortspielerischer Anlehnung an die Farben der Landesflagge (bleu-blanc-rouge) der Neologismus „black-blanc-beur“ („Schwarze, Weiße, Maghrebiner“).

Frankreich gewann bisher zwei Weltmeisterschaften (1998, 2018) und zwei Europameistertitel (1984, 2000) sowie zweimal den Konföderationen-Pokal (2001, 2003). 2021 kam der Titel in der UEFA Nations League hinzu. Die Nationalmannschaft ist neben der brasilianischen Seleção die einzige, die für alle bisherigen Weltmeisterschaften eine Meldung abgegeben hat. Allerdings scheiterten die Bleus im Unterschied zu Brasilien bereits mehrmals in den WM-Qualifikationsturnieren oder verzichteten auf die Endrundenteilnahme (so 1950). Frankreich richtete auch selbst früh Endrunden von Kontinentalturnieren aus, nämlich 1938 die dritte Welt- und 1960 die erste Europameisterschaft.

Ihre offizielle Länderspielgeschichte beginnt im Jahr 1904; allerdings gab es bereits seit der Jahrhundertwende Länderspiele, die von der Union des sociétés françaises de sports athlétiques (USFSA), dem bis zum Ersten Weltkrieg mitgliederstärksten nationalen Fußballverband, organisiert wurden. Die USFSA vertrat das Land bis 1908 im von ihr mitbegründeten Weltverband FIFA; ab 1909 ersetzte sie darin der Dachverband der konkurrierenden Verbände, der Comité Français Interfédéral. Mit der Vereinigung aller französischen Fußballorganisationen im Jahr 1919 übernahm die Fédération Française de Football (FFF, bis gegen 1940 offiziell Fédération Française de Football Association bzw. FFFA) dessen Rolle.

Die FFF zählt derzeit 890 offizielle A-Länderspiele gegen 89 Gegner aus sämtlichen Kontinentalverbänden der FIFA; nach anderen Zählungen weicht die tatsächliche Zahl davon aber ab, weil zu unterschiedlichen Zeiten auch einzelne „Trainingsbegegnungen“, Partien gegen Mannschaften aus Frankreichs ehemaligen Kolonien, Kontinentalauswahlen und sogar Vereinsteams als offiziell gewertet wurden. Mit Abstand häufigster Gegner ist Belgien, gefolgt von England, der Schweiz, Italien und Spanien. Ihre Heimspiele tragen die Franzosen in aller Regel in einem der großen Stadien der Metropolregion Paris aus; seit 1998 ist das Stade de France in Saint-Denis das „Nationalstadion“ (siehe unten). Seit Juli 2012 trainiert Didier Deschamps die Nationalelf.

Neben der A-Nationalmannschaft existiert noch eine B-Elf, in Frankreich seit den 1980er Jahren als Équipe A’ bezeichnet. Diese soll der Heranführung von Spielern an den Kreis der jeweiligen „ersten Wahl“ dienen und bestreitet ihre Begegnungen meist einen Tag vor einem A-Länderspiel; allerdings ist sie in den vergangenen Jahren nur noch sehr sporadisch zusammengestellt worden. Zwischen 1922 und 1968 hingegen hatte sie regelmäßig internationale Spiele ausgetragen.

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com. 1. April 2026, abgerufen am 1. April 2026. (Mannschaften ohne Platz und Punkte sind seit mehr als 48 Monaten inaktiv.)
  2. Black steht für die aus den frankophonen Teilen Schwarzafrikas, der Karibik und dem pazifischen Raum stammenden, blanc für die hellhäutigen und beur für Spieler arabisch-muslimischen Ursprungs, die in Frankreich geboren sind. Die Bezeichnung wird inzwischen sogar zur Charakterisierung der gesamten französischen Gesellschaft verwendet, auch in zeitgeschichtlichen und soziologischen Veröffentlichungen; vgl. bspw. den Artikel L’homme vertical aus dem Nouvel Observateur vom 16. Juli 1998, der Aufnahme gefunden hat in die zweite Auflage der zeithistorischen Quellensammlung von Olivier Wieviorka/Christophe Prochasson: La France du XXe siècle. Seuil, Paris 2004, ISBN 978-2-02-063236-2, S. 733–735. Zur Funktion solcher Begriffe siehe bspw. Martin Doering/Dietmar Osthus: Black, Blanc, Beur: Metaphorische Identität, identische Metaphern? – Formen und Funktionen der Metaphorik in der französischen Tagespresse zum Mondial 1998. In: metaphorik.de 3/2002, S. 17–43, hier als PDF abrufbar.
  3. Als den in der Qualifikation gescheiterten Franzosen aufgrund der Absage dreier Mannschaften (Schottland, Türkei, Indien) nachträglich trotzdem noch ein Platz im Teilnehmerfeld angeboten wurde, sagte die FFF trotz der Kurzfristigkeit der Offerte (Mai 1950) zunächst zu. Frankreich wurde daraufhin der Vorrundengruppe 4 zugeteilt, was innerbrasilianische Reisen über rund 3.000 km zur Folge gehabt hätte. Als der WM-Ausrichter die Forderung nach einer anderen Gruppenzuordnung ablehnte, verzichtete die FFF auf die Teilnahme. – Rethacker/Thibert, S. 197; Hardy Grüne: Fußball-WM-Enzyklopädie 1930–2006. AGON, Kassel 2004², ISBN 3-89784-261-0, S. 102; Lorenz Knieriem/Matthias Voigt: Fußballweltmeisterschaft 1950 Brasilien. AGON, Kassel 2003, ISBN 3-89784-217-3, S. 45/46
  4. Ausgenommen hiervon waren und sind „Sonderorganisationen“ wie diejenigen des Arbeiter-, Militär-, Studenten-, Betriebs- u. ä. -sports, die allerdings in neuerer Zeit eng mit der FFF verbunden sind – Genaueres dazu siehe hier.
  5. Auf dieser Seite der FFF sind sämtliche Spielberichte abrufbar.
  6. Guillet/Laforge, S. 419 und Supplément, S. 75, kommen nur auf 715 Länderspiele bis einschließlich 2008/09, was zusammen mit den seither ausgetragenen Begegnungen insgesamt sechs Partien weniger (zudem gegen nur 86 Gegner) ergibt. Auf dieselben Zahlen wie Guillet/Laforge kommt France Football, Heft 3423, S. 7. Nach Delahais/Colombari/Dautel, S. 422/423, sind es bei wiederum 87 Kontrahenten vier Spiele weniger gewesen.
  7. Ejnès/L’Équipe, S. 366/367, listet zwischen 1922 und 1990 alleine 42 solche „vergessenen Spiele“ (matches oubliés) auf. Bei Delahais/Colombari/Dautel, S. 255, werden für denselben Zeitraum sogar 45 Partien angegeben.