Franz Dinghofer

Franz Seraph Dinghofer (* 6. April 1873 in Ottensheim, Mühlviertel; † 12. Jänner 1956 in Wien) war ein österreichischer Richter und deutschnationaler Politiker (DnP bzw. GDVP) zur Zeit des Ersten Weltkriegs und der Zwischenkriegszeit.

Als Präsident der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich war er im November 1918 an der Beschlussfassung über die Gründung der Republik Deutschösterreich beteiligt. Den Beschluss verkündete er anschließend gemeinsam mit Karl Seitz vom Balkon des Parlamentsgebäudes.

In der Ersten Republik hatte er anschließend mehrere hohe politische Ämter inne, unter anderem als Dritter Nationalratspräsident (1920–1926), Vizekanzler (1926–1927) und Justizminister (1926–1928).

Nach seinem Rückzug aus der Politik war er von 1928 bis 1938 Präsident des Obersten Gerichtshofes. Dinghofer war bekennender Antisemit und ab Juli 1940 NSDAP-Parteimitglied.

  1. Ottensheim Taufen / Duplikate 1873 / 106/1873. 3. Zeile. In: Matricula Online. Abgerufen am 3. Februar 2020.
  2. Angeblicher „Baumeister der Republik“ war Nationalsozialist. In: ots.at. Abgerufen am 29. November 2022.