Frauenpolitik in der Zeit des Nationalsozialismus
Frauenpolitik in der Zeit des Nationalsozialismus beschreibt die organisatorische Erfassung und politische Integration von Frauen in die bevölkerungspolitisch und erbbiologisch definierte Volksgemeinschaft zwischen 1933 und 1945.
Das Frauenbild der NS-Propaganda war von einer völkisch-nationalistischen Ideologie geprägt und betonte u. a. die Rolle der Frau in der Gesellschaft als Mutter. Beeinflusst wurde das Idealbild durch andere Grundzüge nationalsozialistischer Ideologien wie die Lebensraumpolitik.
Die ideale Frau sollte sich neben ihrer arischen Abstammung durch Charaktereigenschaften wie Treue, Pflichterfüllung, Opferbereitschaft, Leidensfähigkeit und Selbstlosigkeit auszeichnen. Sie sollte zum Wohle der „Volksgemeinschaft“ vor allem als Mutter ihre Pflicht erfüllen. Ohne Zweifel blieb das NS-Regime eine strikt patriarchalische Ordnung, die den Frauen eine ideologisch gleichwertige, aber keine gleichrangige Position zubilligte, wenngleich sie eine bevölkerungspolitisch zentrale Rolle spielten. Frauen ohne Kinder sollten in „arteigenen Berufen“ im pflegerischen, sozialen und im landwirtschaftlichen Bereich Gelegenheit erhalten, „ihre mütterlichen Gefühle und Instinkte umzusetzen“.
Die nationalsozialistische Frauenpolitik versuchte, Anreize zur Einhaltung dieser Rolle zu setzen. Hier galt es zunächst, das Kindergebären zu belohnen und die Erwerbstätigkeit von Frauen zu reduzieren. Diese Politik wurde allerdings mit dem Fortschreiten der Kriegsvorbereitungen und dann des Krieges teilweise revidiert, da Frauen als Arbeitskräfte gebraucht wurden.
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- ↑ „Mutter und Kind sind schlechthin unersetzbare Tragsäulen unserer nationalen Zukunft.“ August Mayer: Deutsche Mutter und deutscher Aufstieg. München und Berlin 1938, S. 7. Zitiert von Dorothee Klinksiek: Die Frau im NS-Staat. DVA, Stuttgart, 1982, S. 23.
- ↑ Dorothee Klinksiek: Die Frau im NS-Staat. DVA, Stuttgart, 1982, S. 24.
- ↑ Leonie Wagner: Frauen im Nationalsozialismus. In: www.bpb.de. Bundeszentrale für politische Bildung, 8. September 2008, abgerufen am 12. Oktober 2020.