Freie Deutsche Bühne

Die Freie Deutsche Bühne war ein Exiltheater deutschsprachiger Theaterschaffender, das sich 1940 in Buenos Aires unter der Leitung des deutschen Schauspielers und Regisseurs jüdischer Herkunft Paul Walter Jacob bildete. Innerhalb kurzer Zeit baute er im argentinischen Exil in Zusammenarbeit mit der deutsch-argentinischen Schauspielerin Liselott Reger-Jacob, seiner Ehefrau, eine deutschsprachige Bühne für ein deutschsprachiges Publikum auf. Der auf Exilliteratur spezialisierte Germanist Frithjof Trapp bezeichnet die Freie Deutsche Bühne in Anbetracht des Spielplans, des Publikumsbezugs und der sozialen Funktion des Theaters als ein „Produkt des deutsch-jüdischen Exils“: Laut Trapp war sie eine Entgegnung auf die unfreiwillige Abspaltung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerungsgruppe aus der deutschen Gesellschaft.

Mit 215 Inszenierungen und 750 Vorstellungen in deutscher Sprache von 1940 bis 1949 gilt die Freie Deutsche Bühne als eines der erfolgreichsten Theater des deutschsprachigen Exils. Bedeutende Schauspieler, wie Hedwig Schlichter (später Hedy Crilla) und Jacques Arndt gingen aus diesem Theater hervor und fügten sich ein in die argentinische Theaterlandschaft.

  1. 1 2 Frithjof Trapp: Exiltheater in Frankreich und Lateinamerika. In: Anne Saveur-Henn (Hrsg.): Zweimal verjagt. Berlin 1998, S. 173174.
  2. Frithjof Trapp: Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933–1945. Verfolgung und Exil deutschsprachiger Theaterkünstler. Band 1. München 1999, S. 444.