Freileitung

Eine Freileitung ist eine elektrische Leitung, deren spannungsführende Leiter im Freien durch die Luft geführt und meist auch nur durch die umgebende Luft voneinander und vom Erdboden isoliert sind. In der Regel werden die Leiterseile von Freileitungsmasten getragen, an denen sie mit Isolatoren befestigt sind.

Um das Risiko eines Stromunfalls zu minimieren, müssen Freileitungen festgelegte Mindestabstände von Erdboden, Verkehrswegen und Gebäuden einhalten. Es gibt aus dem vorgenannten Grund auch gesonderte Mindestabstände, die von Menschen und Maschinen (z. B. Krane) zu den aktiven Leitern der Freileitung einzuhalten sind. Daneben gibt es auch isolierte Freileitungen, die aus gebündelten, runden Einzeldrähten aus Kupfer oder Aluminium bestehen, welche einzeln mit schwarzem Polyäthylen isoliert und im Rechtsschlag verseilt sind. Die drei Außenleiter sind zur Kennzeichnung mit einer unterschiedlichen Anzahl an erhabenen Längsrippen und der PEN-Leiter ohne Längsrippen, aber mit Aufdruck gekennzeichnet. Diese Art von isolierter Freileitung wird auch als ISO-Freileitung bezeichnet und ersetzt aus Kosten- und Wartungsgründen (weniger aufwändige Befestigung, keine Kurz-/Erdschlußgefahr, geringerer Platzbedarf, weniger Ausholzungsarbeiten nötig) seit Jahrzehnten die früheren Mehrleitersysteme, bei denen jede (blanke) Ader mit größerem Abstand an Isolatoren auf Stützern am Mast befestigt werden mussten.

  1. Hochspannungsleitung. In: Dr. Rüdiger Paschotta, RP-Energie-Lexikon. 3. November 2018, abgerufen am 28. Juli 2019.