Fuggerkapelle
Die Fuggerkapelle in der Kirche St. Anna in Augsburg ist eine Gedächtniskapelle der Fugger, die der Familie auch als Begräbnisstätte dient. Sie wurde zwischen 1510 und 1512 erbaut und 1518 zu Ehren des Altarsakraments, der Jungfrau Maria und des Evangelisten Matthäus geweiht.
Nachdem die St. Anna-Kirche bereits zwischen 1487 und 1497 um das Hauptschiff deutlich erweitert wurde, bildet die Fuggerkapelle den Westchor der abermals erweiterten St. Anna-Kirche. Sie sollte eigentlich durch ein Gitter von ihr abgetrennt werden, was aber nie geschah. Die Orgel der Kapelle ist heute die Hauptorgel der St. Anna-Kirche.
Die Fuggerkapelle ist neben der Görlitzer Annenkapelle eine von nur zwei Kirchen „in größerem Stil“ in Deutschland, die von privaten Bürgern, anstatt (wie „zu jener zeit“ gewöhnlich) von Herzögen oder Königen erbaut wurden. Sie ist außerdem eines der frühesten Bauwerke der Renaissance. Im Gegensatz zur evangelischen Kirche St. Anna in Augsburg, woran die Fuggerkapelle gebaut wurde, ist die Fuggerkapelle katholisch.
- ↑ Christian Schaller: Augsburg und die Authentizität des städtischen Kulturerbes: Erinnerungsorte zwischen historischen und identitätspolitischen Wertigkeiten. PubliQation, 2021, ISBN 978-3-7458-7046-6, S. 71 f. (google.de [abgerufen am 15. Mai 2022]).
- ↑ Erich Feuerriegel: Zwei Söhne sind der Dank für den Bau einer Kapelle. In: Sächsische Zeitung. 1. August 2007, abgerufen am 14. Mai 2022.
- ↑ Kerstin Micklitza, André Micklitza: Görlitz: Sehenswürdigkeiten, Kultur, Szene, Umland, Reiseinfos. Trescher Verlag, 2018, ISBN 978-3-89794-437-4, S. 52 (google.de [abgerufen am 14. Mai 2022]).