G50-Politik

Als G50-Politik wird die 1950 für Grönland beschlossene politische Strategie bezeichnet, die in der Grønlandskommission von 1948 bis 1950 entwickelt worden war. Nach zehn Jahren wurde sie im von 1960 bis 1964 aktiven Grønlandsudvalg evaluiert und angepasst. Die daraus folgende politische Strategie ist als G60-Politik bekannt und mitsamt den Folgen aus beiden Strategien ebenfalls hier beschrieben.

Als Grönland nach dem Zweiten Weltkrieg dekolonisiert werden sollte, musste ein Plan entwickelt werden, wie dies geschehen sollte, da Grönland bis dahin stark von kolonialen Strukturen geprägt war und entwicklungsmäßig massiv hinter Dänemark zurückgeblieben war. Da Dänemark aber daran interessiert war, die Souveränität über Grönland zu behalten, sollte das Land modernisiert werden. Enorme Investitionen führten zwar zu einer Erhöhung des grönländischen Lebensstandards, hatten aber auch die komplette Umwälzung der grönländischen Gesellschaft zur Folge. Beide Strategien prägten somit die gesamte postkoloniale Phase von den 1950er bis zu den 1970er Jahren, bevor Grönland angesichts der zunehmenden sozialen und kulturellen Probleme, die aus der als Neokolonialismus angesehenen Politik entstanden waren, grönländische Autonomie forderte, die 1979 eingeführt wurde.