Galeriegrab
Als Galeriegrab werden im Deutschen bestimmte steinzeitliche Megalithanlagen bezeichnet, nämlich Dolmen, die aus zwei parallelen Reihen von Tragsteinen und darauf ruhenden Decksteinen bestehen. Der Begriff leitet sich aus dem italienischen galleria für „langer Säulengang“ her und ist eine Übertragung aus dem französischen Begriff Allée couverte für „gedeckter Gang“. Er entstand aufgrund der Ähnlichkeit der deutschen mit ostfranzösischen Anlagen.
Deutsche Galeriegräber sind wie französische in der Regel eingetieft und aus Orthostaten und Decksteinen oder Holzdecken erstellt. Vom Pariser Becken bis nach Belgien finden sich auch nichtmegalithische Anlagen mit vergleichbar rechteckigem Bauplan, die der Seine-Oise-Marne-Kultur (SOM-Kultur) zuzurechnen sind.
- ↑ Reinhard Meier: Die jungneolithischen Steinkisten oder Galeriegräber im südlichen Niedersachsen. In: H. Schirnig (Hrsg.): Großsteingräber in Niedersachsen 1979. S. 91–110, ISBN 3-7848-1224-4, S. 91
- ↑ Eingetiefte Anlagen bringen jene stabilisierenden Elemente weitgehend mit, die oberirdische errichtete Anlagen durch Steinpackungen und dergleichen im Hügel erhalten. Sie brauchen auch keine einwärts geneigten Tragsteine, haben sie gelegentlich aus anderen Gründen aber trotzdem