Gardekorps
Dem seit 1814 bestehenden Gardekorps gehörten bis 1918 sämtliche Gardetruppenteile der Preußischen Armee an. Sie hatten – mit Ausnahme des Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiments Nr. 4, das zeitweilig in Koblenz stationiert war – grundsätzlich ihre Garnison in der preußischen Haupt- und Residenzstadt Berlin, der Residenzstadt Potsdam sowie in Charlottenburg, der Festung Spandau und weiteren kleineren Orten in deren Umgebung. In Berlin führte täglich eine Formation des Gardekorps den Wachaufzug Unter den Linden aus. Nach einem bestimmten Schlüssel kam jede nicht-berittene Truppe mindestens einmal im Jahr an die Reihe. Die Wache stellte sich mit der jeweiligen Regimentskapelle vor dem Reiterstandbild Friedrichs des Großen auf und zog vor die Neue Wache, wo im benachbarten Kastanienwäldchen die Veranstaltung mit einem Konzert ausklang. Bei Beginn des Ersten Weltkrieges war der Verband der II. Armee-Inspektion unterstellt.
- ↑ Klaus-Rainer Woche: Vom Wecken bis zum Zapfenstreich. Die Geschichte der Garnison Berlin. Vowinckel, Berg am Starnberger See, Potsdam 1998, ISBN 3-921655-87-0, S. 97–99.