Gebetbuch Maximilians I.
Das Gebetbuch Kaiser Maximilians I. ist ein Gebetbuch in lateinischer Sprache, das 1513 in Augsburg in einer Auflage von zehn Exemplaren gedruckt wurde.
Es war entweder zum persönlichen Gebrauch Kaiser Maximilians I., für den Sankt-Georgs-Orden oder als Geschenk für Gefolgsleute des Kaisers bestimmt und ist wegen seiner kunstvollen Typografie berühmt.
Ein Exemplar wurde von Albrecht Dürer und anderen führenden Künstlern der Zeit um 1514/1515 mit Randzeichnungen ausgeschmückt. Für wen dieses Exemplar illustriert wurde, ist bis heute unbekannt. Die Forschung geht allgemein davon aus, dass es für Kaiser Maximilian I. geschaffen wurde. Der Kuverteinband des Teils in Besançon zeigt unter anderem die Titel des Kardinals Albrecht von Brandenburg. Es ist nicht auszuschließen, dass die Illustration für diesen wichtigsten deutschen Kirchenmann seiner Zeit geschaffen wurde und nicht für den Kaiser. Die spätere Geschichte ist bisher nicht eindeutig erforscht. Auch ist nicht klar, wann und wo das Buch geteilt wurde. Der Teil mit den Zeichnungen Dürers und Cranachs fand seinen Weg nach München wohl zwischen 1598 und 1600. Hier ist er erstmals in einem Inventar der Kammergalerie von 1627/30 erwähnt. Der Teil in Besançon befindet sich seit Beginn des 18. Jahrhunderts dort.
- ↑ Fritz Funke: Buchkunde: Ein Überblick über die Geschichte des Buches. Walter de Gruyter & Co KG, 2012, ISBN 978-3-11-094929-2, S. 223 (books.google.de).
- ↑ Karl-Georg Pfändtner: War das Gebetbuch Kaiser Maximilians im Besitz des Kardinals Albrecht von Brandenburg? In: Kunstchronik. Februar, Nr. 2016, S. 87–90.
- ↑ Karl-Georg Pfändtner: Das Gebetbuch Maximilians I. in der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Bibliothèque Municipale in Besancon. Anmerkungen zu dessen Geschichte, Bestimmung und Funktion. In: Österreichische Nationalbibliothek Wien (Hrsg.): Codices Manuscripti. Band 2016, Nr. 106. Brüder Hollinek, Purkersdorf 2016, S. 1–10.