Gebrochene Schrift
Gebrochene Schrift ist eine Sammelbezeichnung für eine Reihe lateinischer Schriften bzw. Schriftarten, bei denen die Bögen eines Buchstabens ganz oder teilweise gebrochen sind, das heißt, aus einer Schreibbewegung entstehen, in der ein oder mehrere erkennbare abrupte Richtungswechsel in der Strichführung einen sichtbaren Knick im Bogen hinterlassen. Zusammen bilden sie die Schriftgattung der gebrochenen Schriften. Im Gegensatz dazu stehen die runden, nicht gebrochenen Schriftarten wie die karolingische Minuskel oder die Satzschrift Antiqua, bei denen die Bögen beim Schreiben aus einer gleichmäßig fließenden Bewegung entstehen (siehe Klassifikation der Schriften).
Gebrochene Schriften verwenden als Zierabschlüsse an den Enden der Buchstabenschäfte wenn, dann keine Serifen, sondern sogenannte Quadrangel.
In vielen Sprachen werden gebrochene Schriften auch als ‚gotisch‘ bezeichnet, in Anlehnung an Parallelen zur gotischen Architektur; in der deutschsprachigen Paläographie ist dies seltener geworden.