Gefühlte Temperatur
Unter der gefühlten Temperatur versteht man die wahrgenommene Umgebungstemperatur, die sich aufgrund verschiedener Faktoren von der gemessenen Lufttemperatur unterscheiden kann. Es handelt sich um ein bioklimatisches Maß für das thermische Wohlbefinden und umfasst das Spektrum vom Wärme- bzw. Hitzegefühl über Behaglichkeit bis zum Kältegefühl. Bei Säugetieren und Vögeln mit gleich bleibenden Körpertemperaturen kann gefühlte Kälte je nach Konditionierung von einem Zittern begleitet sein.
Quantitativ lässt sich die gefühlte Temperatur als jene Temperatur definieren, die in einer bestimmten Standardumgebung herrschen müsste, um ein identisches Temperaturempfinden zu verspüren. Windchill etwa, insbesondere bei Temperaturen deutlich unterhalb der Körpertemperatur, senkt die gefühlte Temperatur, hohe Luftfeuchtigkeit bei Hitze (schwüle Verhältnisse) erhöht sie.
Untersuchungsergebnisse am Menschen flossen etwa in die Gefühlte Temperatur nach VDI 3787 ein, für höhere Temperaturen ist auch der mit der Luftfeuchte kombinierte Hitzeindex der American Meteorological Society anwendbar, weitere Parameter fasst das Klima-Michel-Modell des Deutschen Wetterdienstes zusammen.
Das Konzept der gefühlten Temperatur geht auf den Wissenschaftler Robert G. Steadman zurück, der dieses Thema 1984 veröffentlichte.