Gelsenkirchener Barock
Gelsenkirchener Barock ist eine ironisch gemeinte Bezeichnung für vorwiegend wuchtige – meist gebauchte und hochglänzend edelholzfurnierte – ornamentreiche Schränke und Kommoden, wie sie in Deutschland erstmals in den 1930er-Jahren und noch einmal um ca. 1950 produziert wurden und populär waren.
Gelsenkirchen steht hier stellvertretend für das Arbeitermilieu der deutschen Kohle- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet, wo diese Möbel anfangs überwiegend zu finden waren. Die Bezeichnung Barock spielt auf die schwungvolle Üppigkeit und Vielfalt der Formen und Verzierungen an.
In der Architektur ist Gelsenkirchener Barock ein Spottname für einen geschmacklosen, mit barocken Formen überfrachteten Stil, der auch in Baumärkten bei industriellen Erzeugnissen, wie Haustüren, öfter zu finden ist.
- ↑ Architektur-Bildarchiv/Gelsenkirchner Barock. Abgerufen am 7. Februar 2025.