gemein

Das Wort gemein (von althochdeutsch gimeini „gemeinsam, zusammengehörig, gemeinschaftlich, allgemein“; im Mittelhochdeutschen auch für „zur großen Menge gehörig“ sowie für „niedrig“ und „gewöhnlich“ sowie „weit verbreitet“) bezeichnete ursprünglich eine Eigenschaft, die mehrere Menschen gemeinsam besitzen (Beispiel: „all diesen Leuten ist die Muttersprache Deutsch gemein“). Es ist verwandt mit dem lateinischen communis / commune und dem englischen mean (bzw. indirekt common).

Außerhalb dieser und weiterer feststehender Wendungen wird es heute umgangssprachlich oft als Synonym für „bösartig“ (im Sinne von hinterhältig) verwendet. Das verwandte Substantiv „Gemeinheit“ bezeichnet heute ausschließlich eine unanständige und/oder hinterhältige Tat.

Bei Trivialnamen von Lebewesen bedeutet „gemein“, dass diese Art für die Benenner die bekannteste war, beziehungsweise keine besonderen Merkmale hat.

  1. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Herausgegeben von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 246.
  2. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes. Stadtarchiv, Ulm 1961 (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2; zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 388 (gemein/gemain; Beispiel: „gemeine leutte“, dort in Bezug auf arme, wenig zahlungskräftige Patienten; vgl. dort auch „eine salbe, die alle gelert ertzt gemeyniglichen prauchen“ zu gemeiniglich im Sinne von insgesamt, allgemein, in gleicher Weise).
  3. Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003 (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 387 (gemeine).
  4. gemein. Duden.de