Gemeinde (Finnland)
Die Gemeinden (finnisch kunta, schwedisch kommun; auch als ‚Kommune‘ übersetzt) bilden in Finnland die lokale Ebene in der Verwaltungsgliederung des Landes und das Hauptorgan der kommunalen Selbstverwaltung.
2024 gab es in Finnland 309 Gemeinden, von denen 108 Städte sind. In Bezug auf Fläche und Einwohnerzahl der finnischen Gemeinden gibt es große Unterschiede: Vor allem im dünn besiedelten Norden Finnlands umfassen die Gemeinden oft ein sehr großes Gebiet. Die größte Gemeinde Inari hat bei weniger als 7000 Einwohnern eine Fläche von 17.334 Quadratkilometern. Die flächenmäßig kleinste Gemeinde, die Stadt Kauniainen, umfasst nur 6 Quadratkilometer. Die meisten Einwohner hat die Hauptstadt Helsinki mit 684.018, die wenigsten Sottunga auf Åland mit 101 (jeweils 31. Dezember 2024).
Historisch gehen die finnischen Gemeinden auf die Kirchspiele (finn. pitäjä, schwed. socken) aus der schwedischen Zeit zurück. 1865 wurde die Verwaltung der Landgemeinden von der Kirchenverwaltung getrennt und die politische Gemeinde als zivile Selbstverwaltungseinheit eingeführt. Traditionell gab es in Finnland drei verschiedene Arten von Gemeinden mit verschiedenen Sonderrechten. Die eigentlichen Gemeinden waren die ländlichen Gebiete. Daneben gab es die Marktflecken (kauppala, köping), stadtähnlich entwickelte Orte ohne eigene Stadtrechte, und die Städte (kaupunki, stad). Die Marktflecken wurden 1976 abgeschafft und in Städte umgewandelt. 1995 wurden die letzten rechtlichen Unterschiede zwischen Gemeinden und Städten aufgehoben. Seitdem sind auch die Städte terminologisch Gemeinden und darf sich jede Gemeinde nach eigener Entscheidung als Stadt bezeichnen.
- ↑ Statistisches Amt Finnland: 11ra -- Key figures on population by region