Gemeinschaftsmesse

Als Gemeinschaftsmesse, auch Chormesse oder Missa dialogata (Dialogmesse), bezeichnete man eine Gottesdienstform in der deutschsprachigen römisch-katholischen Liturgie, in welcher die tätige Teilnahme (Participatio actuosa) der ganzen Gottesdienstgemeinde bei der heiligen Messe stärker betont wurde, als es bis dahin üblich war. Wichtiges Instrument war die Verwendung der Volkssprache für gemeindliche Elemente der Messfeier zusätzlich und parallel zum Latein der priesterlichen Liturgie. Die Gottesdienstform entstand ab den 1920er-Jahren und führte zur Gemeindemesse, die durch die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils ab 1970 zur Grundform der Messfeier in der ganzen katholischen Kirche wurde.

  1. Philipp Harnoncourt: Gemeinschaftsmesse. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995.
    Adam Gottron: Singende Gemeinde. Briefe zur kirchenmusikalischen Praxis. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1935, S. 32.
  2. Hans Bernhard Meyer: Eucharistie. Geschichte, Theologie, Pastoral (= Gottesdienst der Kirche. Teil 4). Pustet, Regensburg 1989, ISBN 3-7917-1200-4, S. 281.