Gemeinwirtschaft

Gemeinwirtschaft bezeichnet die Gesamtheit aller Wirtschaftsformen, die von Gemeinschaften betrieben werden und bei denen nicht das private Gewinnstreben, sondern das Wohl einer übergeordneten Gesamtheit (Gemeinwohl) im Vordergrund steht. Teilweise werden darunter auch alle Betriebe in öffentlicher Hand verstanden. Auch die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Österreich entstandenen gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Unternehmen werden als Gemeinwirtschaft verstanden.

In den 1980er Jahren kam es zum Zusammenbruch der Gemeinwirtschaft in Deutschland. Zunächst entkam das prominente Wohnungsbauunternehmen „Neue Heimat“ nur knapp einer Insolvenz. Anschließend wurde es abgewickelt. Auch die meisten anderen gemeinwirtschaftlichen Unternehmen der Gewerkschaften wurden in jenen Jahren verkauft.

  1. Walter Euchner, Helga Grebing: Geschichte der sozialen Ideen in Deutschland: Sozialismus – katholische Soziallehre – protestantische Sozialethik; ein Handbuch. VS Verlag, 2005, S. 564.