Gens Ummidia

Die gens Ummidia (deutsch auch Ummidier) war ein aus Casinum stammendes römisches Geschlecht (gens), das während der ersten beiden Jahrhunderte n. Chr. mehrere führende Senatoren hervorbrachte und mit dem antoninischen Kaiserhaus verschwägert war. Der Gentilname der männlichen Familienmitglieder lautete Ummidius, derjenige der weiblichen Angehörigen Ummidia.

Einen frühen Vertreter der Familie („ein gewisser Ummidius“), der vermutlich vor 33 v. Chr. starb, nennt Horaz in seinen Satiren. Trotz seines enormen Reichtums sei er so geizig gewesen, dass er sich wie ein Sklave kleidete und beinahe verhungert wäre. Schließlich erschlug ihn eine Freigelassene mit einem Beil. Weitere frühe Belege für den Namen Ummidius sind ein Dialog Varros und ein Brief Ciceros; es könnte sich bei allen drei Belegstellen um die gleiche Person handeln. Der Dialog ist von besonderer Bedeutung, weil Varro selbst eine Villa in Casinum besaß und die dortige Oberschicht daher gekannt haben dürfte.

  1. Sigrid Mratschek-Halfmann: Divites et praepotentes. Reichtum und soziale Stellung in der Literatur der Prinzipatszeit (= Historia Einzelschriften. Band 70). Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-05973-3, S. 109 (zugleich Dissertation, Universität Heidelberg 1990; online).
  2. Horaz, Satiren 1,1,92–100.
  3. Varro, De re rustica 3,3,9.
  4. Cicero, Epistulae ad familiares 16,14 (englische Übersetzung).
  5. Jacqueline M. Carlon: Pliny’s Women. Constructing Virtue and Creating Identity in the Roman World. Cambridge University Press, Cambridge 2009, S. 190, Anm. 6.