Geographische Breite

Die geographische Breite (B oder φ), auch geodätische Breite oder Breitengrad genannt (lateinisch latitudo, englisch latitude; internationale Abkürzung Lat. oder LAT), ist ein Winkel, dessen Werte vom Äquator (0°) ausgehend bis 90° in südlicher Richtung (Südpol mit −90°) und 90° in nördlicher Richtung (Nordpol mit +90°) gemessen wird. Der Scheitelpunkt dieses Winkels liegt in der Äquatorebene, aber im Normalfall nicht im Erdmittelpunkt. Der 1. Schenkel ergibt sich aus dem Schnitt der Äquatorebene mit der Meridianebene und der 2. Schenkel wird durch die Ellipsoidnormale durch den Ort, dessen geographische Breite angegeben werden soll, festgelegt. Statt des Vorzeichens sind auch die Kennzeichnungen N und S für Nord bzw. Süd zulässig, so kann z. B. die Breite des Südpols mit 90° S notiert werden.

Die geographische Breite verwendet ellipsoidische Koordinaten; man misst den Winkel zwischen der Normalen (Senkrechten) zum Erdellipsoid und der Äquatorebene der Erde. Es wird nicht wie bei der geozentrischen Breite zum Erdmittelpunkt gemessen und sich auch nicht auf die wahre Lotrichtung bezogen, wie bei der astronomischen Breite.

  • Orte mit derselben Breite liegen auf einem Breitenkreis, auch Breitenparallel oder Parallelkreis genannt.
  • Zur Identifikation eines Punktes auf der Erdoberfläche – zur Bestimmung seiner geographischen Lage – wird zusätzlich zur Breite die Angabe seiner geographischen Länge (auch Längengrad) benötigt. Die Definition der geografischen Breite geht auf Claudius Ptolemäus zurück.