Geoid

Das Geoid ist die Äquipotentialfläche, die den mittleren Meeresspiegel der Weltmeere abbilden soll. Die Form dieses theoretischen Körpers ist außerhalb der Landmassen direkt sichtbar. Das Geoid dient zur Definition von Höhen sowie zur Vermessung und Beschreibung der Erdfigur.

Das Geoid ist ein physikalisches Modell der Erdfigur, das 1828 von Carl Friedrich Gauß beschrieben wurde – im Gegensatz zum geometrischen Modell des Erdellipsoids. Die Bezeichnung Geoid geht auf Johann Benedict Listing zurück, der es 1871 als Fläche gleichen Schwerepotentials beschrieb: „Das Geoid ist die Äquipotentialfläche des Schwerefelds der Erde auf dem Niveau des mittleren Meeresspiegels, also aller Punkte, die dasselbe Geopotential besitzen, zusammengesetzt aus dem Gravitationspotential sowie dem Zentrifugalpotential an dem betreffenden Ort.“

Die natürliche Lotrichtung und die Äquipotentialfläche stehen wegen des gleichen Schwerepotentials in allen Punkten senkrecht zueinander und alle Punkte haben die gleiche orthometrische Höhe.

Im Gegensatz zum Schwerepotential ist die Fallbeschleunigung g auf dem Geoid nicht konstant. Sie sinkt aufgrund der Zentrifugalbeschleunigung von den Polen zum Äquator von 9,83 auf 9,78 m/s². Zudem variiert sie lokal aufgrund der inhomogenen Masseverteilung im Erdkörper.

  1. Axel Bojanowski: Die Erde ist eine Kartoffel, Die Welt vom 1. August 2004.
  2. Erwin Voellmy: Mathematische Tafeln und Formeln. 17. Auflage. Orell Füssli, Zürich 1973, ISBN 3-280-00682-1, S. 159