Gericht Breitenau
Das Gericht Breitenau war eine Verwaltungs- und Gerichtseinheit der Landgrafschaft Hessen, später der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Es unterstand dem Amt Melsungen.
Herzogin Sophie von Brabant, Stammmutter des Hauses Hessen, erhielt 1263 vom Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein u. a. die Vogtei des Klosters Breitenau zu Lehen, die daraufhin bis 1527, als nach der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen die Klöster säkularisiert wurden, in der Hand der Landgrafen von Hessen verblieb. Neben weit verbreitetem Grundbesitz in der näheren und weiteren Umgebung besaß das Kloster die nahegelegenen Dörfer Guxhagen, Ellenberg und später auch Büchenwerra, in denen es mit dem Gericht Breitenau die Blut- und Niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Erst im Jahre 1357 gelang es dem Landgrafen Heinrich II. in einem Vergleich mit der Abtei, dieser das Halsgericht abzunehmen; die niedere Gerichtsbarkeit verblieb ihr jedoch. Endgültig verlor das Kloster die niedere Gerichtsbarkeit erst, als Landgraf Heinrich III. das Kloster zwang, seine weltlichen Rechtshändel vor dem landgräflichen Gericht zu verhandeln. Das nunmehr hessische Gericht gehörte zum landgräflichen Amt Melsungen.
Der Gerichtsbezirk Breitenau umfasste neben dem ehemaligen Kloster Breitenau die Dörfer Büchenwerra, Ellenberg und Guxhagen und bestand als solcher noch bis zur Trennung von Justiz und Verwaltung im Kurfürstentum Hessen am 1. Januar 1822.
- ↑ Christof Noll: Kloster Breitenau, in: Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde (ZHG), Band 92, Kassel, 1987, S. 27–41 (hier S. 34)
- ↑ Verordnung vom 29. Juni 1821, die Umbildung der bisherigen Staatsverwaltung betreffend (Kurhess. GS S. 29–62)
- ↑ Amt Melsungen mit dem Gericht Breitenau. In: Handbuch des kurhessischen Militair-, Hof- und Civil-Staats auf das Jahr 1821. Waisenhaus, Kassel, S. 35–37.