Gerinnungsselbstmanagement

Beim Gerinnungsselbstmanagement (auch INR-Selbstmessung) erfolgt die Dosierung bestimmter ärztlich verordneter Medikamente zur Hemmung der menschlichen Blutgerinnung nicht wie in den meisten Fällen durch einen Arzt, sondern durch den Patienten selbst. Er muss dafür selbstständig einen Schnelltest zur Bestimmung des INR-Wertes (veraltet „Quickwert“) durchführen. Der INR-Wert ist ein laborchemisch ermittelter Parameter, der Rückschlüsse auf die Funktionsleistung des Systems der Blutgerinnung im Körper zulässt. Der gemessene Wert bestimmt die nächste Medikamentendosis, sodass möglichst ein vom Arzt vorgegebener Zielwert erreicht wird. Das Gerinnungsselbstmanagement ist für Patienten die dem Verfahren zustimmen, deren Arzt sie unterstützt, die in der Lage sind alle Schritte durchzuführen und die sich durch medizinisches Fachpersonal schulen lassen, eine sichere Variante um die Therapie mit blutgerinnungshemmenden Tabletten zu steuern.

  1. Carl Heneghan, Alison Ward, u. a.: Self-monitoring of oral anticoagulation: systematic review and meta-analysis of individual patient data. In: The Lancet. Band 379, Nr. 9813, Januar 2012, S. 322, doi:10.1016/S0140-6736(11)61294-4, PMID 22137798.
  2. Josep M Garcia-Alamino, Alison M Ward, u. a.: Self-monitoring and self-management of oral anticoagulation. In: Sao Paulo Medical Journal. Band 128, Nr. 4, Juli 2010, S. 246, doi:10.1590/S1516-31802010000400015, PMID 20393937.