Geschichtstheologie
Als Geschichtstheologie bezeichnet man die Vorstellung und theologische Lehre, die im 20. Jahrhundert formuliert wurde, dass die menschliche Geschichte unter dem lenkenden Einfluss Gottes einem bestimmten Ziel zustrebt. Vor allem Anfang und Ende der Geschichte, die in der wissenschaftlichen Historie kaum fassbar sind, unterliegen nach dieser Vorstellung der freien Verfügung Gottes. Im Laufe der Geschichte offenbart sich ein Plan Gottes. Insofern das Ziel der Geschichte ein Heilszustand ist, spricht man auch von Heilsgeschichte.
Im Unterschied zur Geschichtsphilosophie ist die Geschichtstheologie an Offenbarungsvorgaben gebunden. Insofern ist die Geschichtstheologie immer auch an bestimmte religiöse und konfessionelle Voraussetzungen geknüpft. Erst in dem Maße, in dem diese Voraussetzungen fragwürdig werden und es „zu einer Erosion der heilsgeschichtlichen Gewissheit“ kommt, entwickelt sich eine Geschichtsphilosophie, die von solchen Vorgaben unabhängig ist.
- ↑ Herbert Vorgrimler: Geschichtstheologie, Website herder.de (Quelle: Neues Theologisches Wörterbuch, Herder, Freiburg 2008, abgerufen am 22. März 2025)
- ↑ Geschichtsphilosophie: Die Entstehung der spekulativen Geschichtsphilosophie, in: Information Philosophie, abgerufen am 31. Mai 2018.