Gesellschaft für Sport und Technik
Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) war eine paramilitärische Massenorganisation der DDR, gebildet 1952 zur vormilitärischen Ausbildung für den „Schutz der Heimat“. Sie war nicht für Kampfeinsätze vorgesehen und ist daher nur bedingt zu den bewaffneten Organen der DDR zu zählen. Sie wurde Dachverband für Sportarten wie Sportschießen, Motorsport, Marine- und Seesport, Tauchsport, Segelfliegen, Funksport und Fallschirmspringen sowie für den Schiffsmodellsport, den Automodellsport und den Flugmodellsport. Die GST war neben der Nationalen Volksarmee zuständig für die vormilitärische Ausbildung, die an Schulen, Universitäten und in den Betrieben durchgeführt wurde, wodurch die GST auch zur Militarisierung der Gesellschaft der DDR, zur Disziplinierung der Jugend und der Förderung der Wehrbereitschaft der Bevölkerung beitrug.
Die GST wurde am 7. August 1952 als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet und war zunächst unter der Anleitung des Ministeriums des Innern tätig. Auf Verordnung des Ministerrates vom 14. September 1968 wurde die GST dem Ministerium für Nationale Verteidigung unterstellt. Ab Mitte der 1970er Jahre bezeichnete sich die GST als „sozialistische Wehrorganisation der DDR“. Im Frühjahr 1990 wurde die GST aufgelöst.
- ↑ Paul Heider: Die Gesellschaft für Sport und Technik (1952–1990). In: Torsten Diedrich, Hans Ehlert, Rüdiger Wenzke (Hrsg.): Im Dienste der Partei. Handbuch der bewaffneten Organe der DDR. Ch. Links, Berlin 1998, ISBN 3-86153-160-7, S. 169; dort auch das Zitat aus der Gründungsbesprechung des Chefs der Sowjetischen Kontrollkommission mit der SED-Führung im April 1952 S. 170.
- ↑ Klaus H. Feder: Fallschirmspringen in der DDR – Teil 1. Abgerufen am 20. November 2022.
- ↑ Gesellschaft für Sport und Technik. Abgerufen am 18. Januar 2023.
- ↑ Torsten Diedrich, Hans Ehlert, Rüdiger Wenzke (Hrsg.): Im Dienste der Partei: Handbuch der bewaffneten Organe der DDR. Ch. Links Verlag, 1998, S. 196.
- ↑ Ringo Wagner: Der vergessene Sportverband der DDR: die Gesellschaft für Sport und Technik. S. 68.