Gesichtsversehrter

Als Gesichtsversehrter wird ein Mensch bezeichnet, der im Ersten oder Zweiten Weltkrieg schwerwiegende Verletzungen des Gesichtes erlitt. Gesichtsversehrte wurden auch „Gesichtsverletzte“, „Kriegszermalmte“ beziehungsweise „Menschen ohne Gesicht“ genannt. „Die Verwundeten litten an schwerster Entstellung, folgender psychischer Traumatisierung und waren oft nicht fähig, sich selbst zu ernähren.“

In Frankreich werden Gesichtsversehrte als Gueules cassées (französisch, Plural von « gueule cassée »; deutsch zerhauene Visagen, zerfetzte Gesichter; wörtlich zerschlagene Fressen) bezeichnet. So werden diejenigen Soldaten des Ersten Weltkrieges genannt, die mit (sichtbaren) Gesichtsverletzungen in die Gesellschaft zurückkehrten. Sie litten ihr Leben lang unter physischen, psychischen und sozio-kulturellen Folgen. Der Historiker Gerd Krumeich nennt sie „die größten Verlierer des Ersten Weltkriegs“.

  1. Hermann: Zur Gesichtsästhetik. In: Neues Wiener Journal, 17. August 1919, S. 10 (online bei ANNO).
  2. Volker Hartmann: Kriegserletztungen und ihre Behandlung im Ersten Weltkrieg anhand von Präparaten der Wehrpathologischen Lehrsammlung der Bundeswehr. In: wehrmed.de. Wehrmedizin und Wehrpharmazie, 13. Februar 2015, abgerufen am 16. März 2023.
  3. 1 2 3 Katja Iken: Erster Weltkrieg: Das Trauma der Gesichtsversehrten. In: Der Spiegel. Abgerufen am 13. Oktober 2022.
  4. 1 2 „Les Gueules Cassées“ – Narben des Ersten Weltkrieges in der zeitgenössischen Kunst. In: Goethe-Institut. Abgerufen am 16. November 2020.