Ghetto in der Zeit des Nationalsozialismus

Ghettos wurden während des Zweiten Weltkrieges (1939–1945) von den Nationalsozialisten für von ihnen verfolgte und deportierte Juden im okkupierten Polen, im annektierten Tschechien und in der deutsch besetzten Sowjetunion errichtet. Diese Haftlager dienten vor deren Transport in die Vernichtungslager als Übergangsstationen.

Die SS-Bezeichnung der Sammellager (Konzentrationslager) vor der weiteren Deportation in die Vernichtungslager der Schoah war durchgängig der deutsche Begriff Jüdischer Wohnbezirk oder Jüdische Wohnsiedlung. Als Kurzbezeichnung oder Übersetzung wurde daneben das Wort Getto/Ghetto benutzt. Allerdings bekam dieses Wort dadurch einen ganz anderen Sinn als der historische Begriff. In Osteuropa wurden von den deutschen Besatzern zwischen 1939 und 1944 ungefähr 1150 Ghettos errichtet, davon etwa 400 auf polnischem und etwa 400 auf sowjetischem Territorium. Sehr oft wurden davor die jüdischen Bewohner der Ortschaften vertrieben oder ermordet.

  1. Lexikon der Deutschen Geschichte. Renningen 2005, ISBN 3-938264-04-7, S. 106. (Organisation: Christian Zentner, Mitarbeiter: Daniela Kronseder, Nora Wiedermann).
  2. US-Forscher: 42 500 Lager in der Nazizeit in Der Tagesspiegel, 3. März 2013.