Gisaeng
| Koreanische Schreibweise | |
|---|---|
| Koreanisches Alphabet: | 기생 |
| Hanja: | 妓生 |
| Revidierte Romanisierung: | Gisaeng |
| McCune-Reischauer: | Kisaeng |
Gisaeng (auch Kisaeng) waren unfreie professionelle Unterhaltungskünstlerinnen in Korea, die für die weibliche Musik bei staatlichen Zeremonien oder Hofbanketten verantwortlich waren.
Ihre Aufgabe war es, im Palast oder bei den Trinkgelagen der oberen Schicht durch Musik, Tanz und das Rezitieren von Gedichten für gute Stimmung zu sorgen. Nach dieser Tätigkeit sind sie vergleichbar mit den Geishas in Japan, den Hetären im antiken Griechenland oder den Kurtisanen in Europa. Diese ausgeprägte Form der Dienstleistung der Gisaeng entstand während der Zeit der Joseon-Dynastie, obwohl es ab dem 11. Jahrhundert – in der Zeit der Goryeo-Dynastie – Frauen gab, die am königlichen Hof oder in gehobener Gesellschaft mit musikalischen Darbietungen auftraten. Zu Beginn der modernen Gesellschaft redefinierte der Generalgouverneur des besetzten Korea die Gisaeng als Frauen, die in der Prostitution tätig waren und verpflichtete sie zur Registrierung bei den Behörden. Viele der bekannten künstlerischen Figuren von später stammen von Gisaeng ab.
Das Gisaeng-Wesen hat eine wechselvolle Kulturgeschichte hinter sich und wird heute in Nordkorea als Kippumjo fortgeführt.
- ↑ Life and role of gisaeng courtesans. The Korea Times, 4. Februar 2016, abgerufen am 27. Oktober 2016 (englisch).
- ↑ Lee Insuk: Convention and Innovation: The Lives and Cultural Legacy of the Kisaeng in Colonial Korea (1910–1945). In: Seoul Journal of Korean Studies. 23. Jahrgang, Nr. 1. Kyujanggak Institute for Korean Studies, S. 71–93 (englisch, snu.ac.kr [PDF; abgerufen am 27. Oktober 2016]).
- ↑ McCarthy, Kisaeng, 2.
- ↑ McCarthy, Kisaeng, 22, bezieht sich auf den Geschichtsschreiber Kim Bu-sik (김 부식), der „Chronik der Drei Königreiche“ (삼국 사기, ) schrieb.