Gläserne Kette

Die Gläserne Kette war eine von Bruno Taut ins Leben gerufene Künstlergemeinschaft, die hauptsächlich aus Architekten bestand. Das Medium des gegenseitigen Austauschs war ein Briefwechsel/Rundbrief.

Die mit Pseudonymen gezeichneten Briefe entstanden zwischen November 1919 und Dezember 1920. Der Gruppe gehören unter anderem Bruno Taut (Pseudonym „Glas“), Max Taut (ohne Pseudonym), Wilhelm Brückmann („Brexbach“), Alfred Brust („Cor“); Hermann Finsterlin („Prometh“), Paul Goesch („Tancred“), Jakobus Goettel („Stellarius“), Otto Gröne, Walter Gropius („Maß“), Wenzel Hablik (Kürzel „W.H.“), Hans Hansen („Antischmitz“), Carl Krayl („Anfang“), die Brüder Hans („Angkor“) und Wassili Luckhardt („Zacken“) und Hans Scharoun („Hannes“) an.

Die Gläserne Kette überschnitt sich personell mit anderen Künstlergruppen, unter ihnen die Novembergruppe, der Arbeitsrat für Kunst und Der Ring. Die Unterlagen liegen teilweise im Baukunstarchiv der Akademie der Künste (Berlin) sowie im Archiv des Canadian Centre for Architecture in Montreal, Quebec, Kanada.

  1. Er gehörte nur am Rand dazu, in der Mitgliederliste vom 19. Dezember 1919 (Briefe, S. 20) steht er nicht, er wurde erst im September 1920 aufgenommen; in den Rundbriefen ist er nur einmal mit 3 Aphorismen vom April 1920 vertreten, im ersten macht er sich über Goethe lustig, im zweiten zollt er dem Biologismus Tribut, im dritten fragt er nach einer Erlöserfigur, genannt „Theosoph“. In der Ausgabe der Briefe von 1986 im Appendix ein ihm zugeschriebenes radikal-religiöses, langes Manifest von apokalyptischem Ton, aus dem Nachlass Scharoun, undatiert; die von den Herausgebern genannten Gründe für seine Verfasserschaft überzeugen kaum. Brust hatte überhaupt nichts mit Architektur oder Bildender Kunst zu tun.