Glaukom

Klassifikation nach ICD-10
H40 Glaukom
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
9C60 Glaukomverdacht
9C61 Glaukom
9C61.0 Primäres Weitwinkelglaukom
9C61.1 Primärer Winkelverschluss oder primäres Engwinkelglaukom
9C61.2 Sekundäres Weitwinkelglaukom
9C61.3 Sekundäres Engwinkelglaukom
9C61.4 Entwicklungsbedingtes Glaukom
9C40.9 Glaukomatöse Optikusneuropathie
9C6Y Sonstiges näher bezeichnetes Glaukom oder sonstiger näher bezeichneter Glaukomverdacht
9C6Z Glaukom oder Glaukomverdacht, nicht näher bezeichnet
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)

Das Glaukom, auch grüner Star genannt, ist eine Augenerkrankung, die durch eine dauerhafte (irreversible) Schädigung von Nervenfasern des Sehnervs gekennzeichnet ist. Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf können charakteristische Gesichtsfeldausfälle (Skotome) entstehen, die im Extremfall zu einer Erblindung des betroffenen Auges führen können. Ein erhöhter Augeninnendruck (okuläre Hypertension) ist ein Risikofaktor für eine mögliche Entwicklung eines Glaukoms, jedoch weder eine notwendige noch eine hinreichende Begleiterscheinung. In Europa sind 30–40 % aller Glaukome Normaldruckglaukome, in Japan ca. 90 %.

Bei erhöhtem Augeninnendruck wird entsprechend der Anatomie der Druckregulierung im Auge zwischen Offenwinkel- und Engwinkel-Glaukom unterschieden. Diese Bezeichnungen beziehen sich auf den Winkel, den Hornhautrückfläche und Irisvorderfläche miteinander bilden, den sogenannten Kammerwinkel. In der Spitze dieses Winkels befindet sich das Trabekelwerk, ein siebartiges Geflecht, durch welches das Kammerwasser aus dem Auge über den Schlemm-Kanal in das Venensystem abfließt. Offenwinkelglaukome sind weit häufiger und verlaufen meist chronisch und über mehrere Jahre unbemerkt, während die selteneren Engwinkelglaukome zum schmerzhaften Glaukomanfall führen können, bei dem unbehandelt innerhalb kurzer Zeit eine akute Erblindung droht. Die Gesichtsfeldausfälle beim Offenwinkelglaukom machen sich oft erst spät bemerkbar, weil sie außerhalb der Mitte (peripher) beginnen und durch das intakte Gesichtsfeld des anderen Auges überdeckt werden können.