Gotlandbecken

Das Gotlandbecken (engl. Gotland Basin) bildet das hydrographische Kernstück der zentralen Ostsee und ist das größte Tiefenbecken des Binnenmeeres. Der zugehörige Wasserkörper wird als „Gotlandsee“ bezeichnet. Das Becken wird in zwei Hauptbereiche unterteilt, die durch die Hoburgschwelle getrennt sind: das Östliche und das Westliche Gotlandbecken. Mit der größten Tiefe der Ostsee von 459 Metern im Landsorttief im westlichen Gotlandbecken stellt es die tiefste Region der Ostsee dar und ist Schauplatz der entscheidenden Prozesse einerseits der Tiefenwassererneuerung und andererseits der Stagnation, also des Verweilens des Wassers ohne Einstrom sauerstoff- und salzreichen Wassers. Dazu kommt als drittes das Nördliche Becken, das als „Verteilerzentrum“ für die Tiefenwassermassen der Ostsee fungiert. Seine Zirkulations- und Mischprozesse sind von fundamentaler Bedeutung für die ökologischen Bedingungen im Finnischen und im Bottnischen Meerbusen.

  1. Jüri Elken, Wolfgang Matthäus: Kap. A.1.1, Baltic Sea Oceanography. In: The BACC Author Team (Hrsg.): Assessment of Climate Change for the Baltic Sea Basin. Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-72785-9, S. 379-386. PDF