Grüne Infrastruktur
Grüne Infrastruktur, auch blau-grüne Infrastruktur genannt, beschreibt ein strategisch geplantes Netzwerk natürlicher und naturnaher Flächen mit unterschiedlicher naturräumlicher Ausstattung auf verschiedenen Maßstabsebenen. Der Begriff wurde in den Vereinigten Staaten in den 1990er Jahren geprägt. Das innovative Konzept sollte Antworten auf die mit dem starken Flächenwachstum der amerikanischen Städte verbundenen Umweltprobleme geben. Die Grüne Infrastruktur stellt insofern einen neuen Planungsansatz für die Landschaftsarchitektur dar, dem eine umfassende und nachhaltige Sicht auf Natur und Landschaft zugrunde liegt. Neben ökologischen, sozio-kulturellen, ästhetischen und ökonomischen Aspekten werden vielfältige gesellschaftspolitische Ziele wie Klimawandel, Biodiversität oder sozialer Zusammenhalt in das Konzept integriert.
Durch diese Biotopnetzwerke soll zum einen der Erhalt der Biodiversität und zum anderen die Stärkung der Resilienz und Regenerationsfähigkeit von Ökosystemen und deren Funktionen, um die darauf basierenden Potenziale zur Erbringung von Ökosystemdienstleistungen aufrechtzuerhalten. Grundsätzlich wird im Rahmen der Implementierung grüner Infrastruktur eine nachhaltige Nutzung der Natur angestrebt. Grüne Infrastruktur steht konzeptionell Konzepten von grauer und brauner Infrastruktur gegenüber und bietet gerade zur rein zweckgebundenen grauen Infrastruktur eine kostengünstige und beständige Alternative. Da die Gefahr des Verlustes der Biodiversität in Europa aufgrund der intensiven Landnutzung und der starken Fragmentierung besonders stark ist, wird das Konzept der Grünen Infrastruktur von der EU stark gefördert.