Grafschaft Liedberg

Die Grafschaft Liedberg (war eine freie Grafschaft bzw. libera comitia, i.S. einer freien Volksgemeinschaft, die über ihre eigenen Angelegenheiten entschied) war ein Territorium im Herzogtum Niederlothringen, welche bis 989 direkt dem König unterstellt bzw. Königsgut war. Landesherr war bis Ende des 11. Jahrhunderts der jeweilige Pfalzgraf von Lothringen. Räumlich deckte sie sich in großen Teilen als Pfalzgrafschaft mit dem alten Nievenheimer Gau bzw. war mit diesem identisch. Noch Jahrhunderte später wurden ehemalige Gebiete der alten Freigrafschaft als „gräfliches Land“ bezeichnet.

Die freie Grafschaft nahm aufgrund ihrer militärischen Ressourcen (neben der Burg Liedberg über 50 zum Teil stark befestigte Ritterlehen, zahlreiche, wehrpflichtige Höfe (Mannlehen) und hunderte freie, wehrpflichtige Männer), eine zentrale Rolle in der Landesverteidigung des Niederrheins gegenüber den Überfällen von Sachsen (insbesondere von Widukind) und den Raubzügen der Wikinger ein.

  1. Jakob Bremer: Das kurkölnische Amt Liedberg. Kühlen, M.Gladbach, 1930, S. 4958.