Gregorios Kleidas
Gregorios Kleidas war ein byzantinischer Richter in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Er war Richter (δικαιοφύλαξ) und Archidiakon, der 1329 (oder vielleicht erst im März 1334) anlässlich einer Justizreform des Kaisers Andronikos III. zu einem der vier καθολικοὶ κριταὶ τῶν Ῥωμαίων eingesetzt wurde. Sein bei dieser Gelegenheit geleisteter Eid hat sich in sieben Handschriften erhalten. Für seine richterliche Tätigkeit könnte er das Prochiron auctum in Auftrag gegeben oder sogar selbst kompiliert haben. 1337 wurde er mit zwei anderen καθολικοὶ κριταὶ wegen Korruption abgesetzt. Dass die von ihrem Herausgeber dem Gregorios Kleidas zugeschriebene Verteidigungsschrift von diesem verfasst wurde, ist, wie insbesondere Otto Kresten zeigte, angesichts ihres satirischen Charakters ganz unwahrscheinlich.
- ↑ Vgl. Ludwig Burgmann, Marie Theres Fögen, Andreas Schminck, Dieter Simon, Repertorium der Handschriften des byzantinischen Rechts, Bd. I, Frankfurt am Main 1995, S. 432.
- ↑ Ed. von G. J. Theocharides, Die Apologie der verurteilten höchsten Richter der Römer, in: Byzantinische Zeitschrift 56 (1963) 69-100 (mit deutscher Paraphrase).
- ↑ Otto Kresten: Ein Indizienprozeß gegen die von Kaiser Andronikos III. Palaiologos eingesetzten καθολικοὶ κριταί, in: Fontes minores, Bd. IX, 1993, S. 299–337, hier 317-328.