Grenzgänge

Unter dem Label Grenzgänge firmierte eine Veranstaltungsreihe in der Black Box des Münchner Kulturzentrums Gasteig, in der die städtische Betreibergesellschaft (Gasteig Betriebs-GmbH) zwischen 1989 und 1996 insgesamt 45 Projekte im Zwischenbereich von Tanz, Theater und Performance, klassischem Konzert und Bildender Kunst zur Aufführung brachte. Von der Presse als „wohltuende Nische für kreative Kunstmacher“ begrüßt, sollten die Grenzgänge einer offenen und neugierigen Zielgruppe die Möglichkeit bieten, Unbekanntes und Neues zu entdecken.

Neben wenigen Übernahmen bereits existierender Produktionen präsentierte die von Hartmut Dedert konzipierte und kuratierte Reihe vor allem Uraufführungs- und Eigenproduktionen, die in einigen Fällen ihren Weg auch zu anderen Spielorten fanden. Ihre Realisierung wurde allein durch das finanzielle Engagement des Sponsors Philip Morris ermöglicht, der neben den anfallenden Produktionskosten auch den jährlich verliehenen Philip Morris Kunstpreis auslobte. Unter den von einer hochkarätig besetzten Jury ermittelten Preisträgern fanden sich neben international bekannten Namen wie dem Theatermacher Chaim Levano oder dem Multimedia-Künstler Arnold Dreyblatt auch junge Nachwuchstalente.

  1. Schmidt, Roland: Insel im Ellbogen-Betrieb der Kunst. AZ-Gespräch mit Hartmut Dedert, dem Initiator der experimentierfreudigen Reihe „Grenzgänge“. In: Abendzeitung 21.07.1994, S. 22
  2. Dedert, Hartmut: Bewusst in künstlerischen Randzonen. Grenzgänge im Gasteig. In: München Mosaik Mai / Juni 1992 Heft 3, 18. Jahrgang, S. 16 f.