Große Gesandtschaft

Die Große Gesandtschaft (russisch Великое посольство Welikoje possolstwo) bezeichnet eine Reise des Zaren Peter I. in den europäischen Westen in den Jahren 1697/98. Die Große Gesandtschaft setzte sich aus drei Botschaftern, Franz Lefort, Fjodor Alexejewitsch Golowin und Prokofi Wosnizyn, 300 weiteren Personen und 35 Volontären zusammen. Deren einzige Aufgabe war es, aus dem Umgang mit den Ausländern so viel wie möglich zu lernen. Zu ihrem Anführer hatte Peter I. den Schweizer Lefort bestimmt, der schon unter seinem Vater Zar Alexei I. in russische Dienste getreten war.

Peter I. wurde an allen großen Höfen empfangen, doch sein politisches Anliegen, die Unterstützung Russlands im Kampf gegen das Osmanische Reich, wollte niemand erfüllen.

  1. Die Volontäre waren nicht freiwillig Mitglieder der Gesandtschaft, sondern Geiseln. Diese adeligen Volontäre sollten das Handwerk des Schiffsbaus erlernen, aber primär die Loyalität der Familie gegenüber dem Zaren sichern; nach Astrid Blome: Das deutsche Russlandbild im frühen 18. Jahrhundert, S. 74.