Große Nordwände der Alpen
Die großen Nordwände der Alpen (auch Klassische Nordwände oder Letzte Probleme der Alpen) sind eine Gruppe von drei oder sechs Nordwänden alpiner Berge, die sich durch ihre besondere Größe, Schwierigkeit oder Gefährlichkeit für Bergsteiger auszeichnen. Dabei handelt es sich um die Nordwände von Eiger, Grandes Jorasses und Matterhorn; in der erweiterten Gruppe der „sechs großen Nordwände der Alpen“ sind dies zusätzlich die Nordwände von Petit Dru, Piz Badile und der Großen Zinne.
Fritz Kasparek, einer der vier Erstdurchsteiger der Eiger-Nordwand, verwendete im Jahr 1938 als erster den Begriff der „drei großen Wandprobleme“. Sein damaliger Gefährte Anderl Heckmair griff diese Terminologie elf Jahre später auf, indem er sein 1949 erschienenes Buch mit „Die drei letzten Probleme der Alpen“ betitelte.
„Wer mit Sicherheit eine solche Wand durchklettern kann, muss sich wohl erhaben fühlen über alle menschlichen Kleinigkeiten.“
Nicht überzeugt von der Bezeichnung „letzte Probleme“ war seinerzeit Hermann Buhl: „Man sollte nicht von einem «letzten» Problem sprechen. Dieser Ausdruck ist schon zu sehr abgedroschen. Jede Bergsteigergeneration hatte ihren letzten Probleme.“
- ↑ Gelegentlich werden auch Ausdrücke wie „die vier großen Alpenwände“ verwendet; damit sind die „Großen Drei“ sowie eine vierte, meist die Petit-Dru-Nordwand, gemeint.
- ↑ zitiert aus Marco Volken: Badile. Kathedrale aus Granit.
- ↑ Reinhold Messner: Die großen Wände.
- ↑ Hermann Buhl: Achttausend drüber und drunter. Gedächtnisausgabe mit einem Nachtrag von Kurt Diemberger. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1958, S. 202.