Große Winkelspinne
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Große Winkelspinne (Eratigena atrica), Weibchen | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Eratigena atrica | ||||||||||||
| (C. L. Koch, 1843) |
Die Große oder Gewöhnliche Winkelspinne (Eratigena atrica, Syn.: Tegenaria atrica), auch Große Hauswinkelspinne oder einfach „Hausspinne“ genannt, ist eine Spinne aus der Familie der Trichterspinnen (Agelenidae). Sie war ursprünglich in Europa verbreitet und wurde in Nordamerika eingeführt. Die sehr anpassungsfähige Art kommt aufgrund ihrer Synanthropie (Anpassung an menschliche Siedlungsbereiche) auch in und an Gebäuden häufig vor und zählt zu den größten in Mitteleuropa vorkommenden Spinnen. Sie zeichnet sich durch ihre mehrheitlich dunklere und braune Färbung sowie die für Winkelspinnen (Eratigena) üblich langbeinige Gestalt aus.
Wie alle Trichterspinnen legt die nachtaktive Große Winkelspinne ein Trichternetz für den Beutefang an, das sich zu einer Wohnröhre verjüngt. Die Spinne selber verweilt bei Inaktivität in der Röhre und schnellt hervor, sobald ein Beutetier auf der Netzdecke registriert wurde. Das mit einem Giftbiss außer Gefecht gesetzte Beutetier wird anschließend in die Röhre transportiert und dort verzehrt. Die Große Winkelspinne ist somit ein Lauerjäger und lebt wie alle Spinnen räuberisch, ein spezialisiertes Beutespektrum hat die euryphage (nicht auf bestimmte Nahrung angewiesene) Art dabei nicht. Ein geschlechtsreifes Männchen verlässt sein Netz und sucht das eines Weibchens auf. Dann vollführt es eine Balz und es erfolgt, bei Paarungswilligkeit des Weibchens, die Begattung. Das begattete Weibchen überwintert und legt im Folgejahr mehrere Eikokons an und betreibt keine weitere Brutpflege. Die Jungtiere wachsen selbstständig über mehrere Fresshäute (Häutungsstadien) heran.
Alleine das häufige Vorkommen der Großen Winkelspinne in Bauwerken macht ein Zusammentreffen zwischen ihr und Mensch äußerst wahrscheinlich. Durch ihre langbeinige und verglichen mit vielen anderen in Mitteleuropa vorkommenden Spinnen imposante Gestalt erweckt sie nicht selten Unbehagen. Eine Gefahr stellt die Spinne für den Menschen nicht dar und ist auch nicht aggressiv. Zwar kann sie den Menschen beißen, doch geht der Biss lediglich mit Schwellungen der Bisswunde einher und gilt somit nicht als medizinisch relevant, zumal die Art nur in größter Not beißt. Die Große Winkelspinne wurde von der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes) aufgrund dieses Verrufs zur Spinne des Jahres 2008 gewählt.