Großforschung

Die Großforschung (englisch Big Science) bezeichnet die außerhalb von Universitäten, zum Teil quasi-industriell betriebene Form der Wissenschaft, die im Wissenschaftsbetrieb seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts verstärkt anzutreffen ist. Dazu zählen vor allem große Forschungseinrichtungen, wie sie zum Beispiel 1942 mit dem Manhattan-Projekt (Los Alamos National Laboratory) eingerichtet wurden.

Aber auch die gesamte Entwicklung der wissenschaftlichen Praxis lässt sich als eine Veränderung von der durch Individuen betriebenen Little Science zur organisierten Big Science beschreiben, wie der Wissenschaftshistoriker Derek de Solla Price 1963 in seinem Buch Little Science, Big Science darlegte. Der Informationswissenschaftler Walther Umstätter sprach in diesem Zusammenhang für das Internetzeitalter von einer „Fließbandproduktion des Wissens“.

  1. Zum Kontext der Großforschung gehören auch komplexe Systeme zur Sicherstellung einer nachhaltigen Dokumentation der Forschungsergebnisse, um bspw. Redundanzen in der Projektarbeit zu vermeiden. Als Reaktion auf den Sputnik-Schock legte zum Beispiel Alvin M. Weinberg im sogenannten Weinberg-Report konkrete Empfehlungen vor, die einen besseren Wissensaustausch in der Großforschung gewährleisten sollten, siehe Alvin M. Weinberg: Science, Government, and Information. 1963. (Deutsche Übersetzung) (Memento des Originals vom 5. März 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Derek de Solla Price: Little Science, Big Science, Suhrkamp, 1974 Archivlink (Memento des Originals vom 24. Juni 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Walther Umstätter: Die Nutzung des Internets zur Fließbandproduktion von Wissen. In: Organisationsinformatik und Digitale Bibliothek in der Wissenschaft. Gesellschaft für Wissenschaftsforschung, 2001, ISBN 3-934682-34-0, S. 179–199. (pdf; 341 kB)