Großvaterparadoxon

Das Großvaterparadoxon ist ein Paradoxon, das kausale Folgewidrigkeiten und Widersprüche bei Zeitreisen in die Vergangenheit zum Gegenstand hat. Es hat seinen Namen von einem bekannten Gedankenexperiment zu seiner Verdeutlichung: Angenommen, eine Person reist in die Vergangenheit und verursacht dort den Tod eines ihrer Großväter, noch bevor dieser das entsprechende Elternteil gezeugt hat; damit ist aber eine kausal notwendige Bedingung der Existenz des Zeitreisenden nicht mehr gegeben. Weiterhin ist aber auch die Kausalkette, die zur Zeitreise und zum Tod des Großvaters führte, unterbrochen. Damit wird auf eine grundlegende Problematik von Zeitreisen verwiesen. Es stellen sich z. B. die Fragen,

  • ob sich durch die Zeitreise eine neue Zeitlinie ergeben hat, zu deren Vergangenheit die Zukunft der alten Zeitlinie zählt, oder
  • ob sich damit die Unmöglichkeit von Zeitreisen insgesamt aufzeigt, oder
  • ob angenommen werden muss, dass eine Zeitreise die (isolierten) Bedingungen ihres Zustandekommens selbst nicht aufheben kann, oder
  • ob die Vergangenheit trotz Zeitreise unveränderlich ist.

Neben der direkten Diskussion der Möglichkeit von Zeitreisen und kausaler Paradoxien berührt das Paradoxon auch weitere Bereiche der philosophischen Logik, z. B. bzgl. der Identität über mögliche Welten.