Gruppentranslokation

Die Gruppentranslokation ist eine Form von aktivem Transport einer Substanz (meist ein Monosaccharid, Einfachzucker wie Glucose) durch eine Zellmembran, wobei Energie verbraucht und die Substanz beim Transportprozess chemisch verändert wird.

Die Substanz wird bei der Gruppentranslokation während des Transportprozesses phosphoryliert. Da sich nach der Umwandlung das Produkt innerhalb der Zelle chemisch von der Substanz außerhalb der Zelle unterscheidet, wird ein Konzentrationsgradient entlang der Membran und damit ein Ausgleich durch Rückdiffusion vermieden. Die chemische Veränderung des „Transportguts“ ist der Punkt, der die Gruppentranslokation von anderen Formen des Aktiven Transportes unterscheidet. Gruppentranslokation wurde bisher nur bei Bakterien gefunden.

  1. Bodo Liedvogel: aktiver Transport. In: Lexikon der Biologie. Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft, abgerufen am 19. Februar 2017.
  2. 4: Group Translocators. In: TCDB. Saier Lab Bioinformatics, abgerufen am 16. September 2010 (englisch).
  3. Heribert Cypionka: Grundlagen der Mikrobiologie. 4., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-05096-1, S. 137, doi:10.1007/978-3-642-05096-1.
  4. Georg Fuchs (Hrsg.): Allgemeine Mikrobiologie. 9., vollst. überarb. und erw. Auflage. Thieme, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-13-444609-8, S. 340.