Frequenzwörterbuch
Frequenzwörterbücher (auch: Häufigkeitswörterbücher) geben den Wortschatz einer Sprache, eines Autors, einer Textsorte etc. wieder, wobei die Häufigkeit, mit der die einzelnen Wörter in einem Text oder Textkorpus vorkommen, das wichtigste Ziel der Zusammenstellung ist. Wenn man nicht eine Gesamtauswertung der betreffenden Texte durchführen kann, ist es eine notwendige Voraussetzung für die Erstellung eines Frequenzwörterbuchs, dass man für den betreffenden Themenbereich ein hinreichend repräsentatives Textkorpus auswerten kann, damit die gewonnenen Häufigkeitslisten ein Bild von der Gesamtheit der Daten vermitteln.
Die bekanntesten Frequenzwörterbücher sind wohl diejenigen, die den Wortschatz einer Sprache insgesamt repräsentieren sollen. Sie ermöglichen es, Aufschluss darüber zu gewinnen, welcher Wortschatz am häufigsten gebraucht und daher zuerst gelernt werden muss, z. B. im muttersprachlichen Unterricht oder auch im Fremdsprachenunterricht. Sie können damit ganz praktische Zwecke verfolgen. Aber auch weitere Anwendungen, über die Befriedigung reiner Neugier hinaus, sind möglich: So lassen sich einige elementare Kenntnisse über Sprache aufgrund der Frequenzwörterbücher gewinnen: Das bekannteste der Zipfschen Gesetze gehört dazu, das besagt, dass das Produkt aus Rang und Frequenz der Wörter eine annähernd konstante Größe ergibt. Weitere Implikationen: Je häufiger die Wörter sind, desto kürzer sind sie, desto älter aber sind sie auch. Frequenzwörterbücher haben also sowohl praktischen als auch theoretischen Nutzen und sind wichtige Arbeitsgrundlagen der Sprachstatistik und darüber hinaus der Quantitativen Linguistik.