Haltungsjournalismus

Haltungsjournalismus ist ein komplexer, oft unklarer Begriff für eine journalistische Arbeitsweise, bei welcher der Journalist eine bestimmte Haltung oder Perspektive zu einem Thema einnimmt und diese auch offen ausdrückt. Dies kann durch die Auswahl von Themen, die Art der Berichterstattung, die Wortwahl und die Betonung bestimmter Aspekte geschehen. Manchmal nehmen Journalisten offen eine politische, soziale oder kulturelle Position ein und nutzen ihre Plattform, um für bestimmte Werte oder Überzeugungen einzutreten. Der Fokus liegt darauf, eine klare Position zu vertreten (advocacy journalism), ohne notwendigerweise eine erkennbare Meinung wie im Kommentar auszudrücken.

In der Diskussion darüber verschwimmen oft die Grenzen zum davon eher abzugrenzenden Meinungsjournalismus (opinion journalism), der die persönliche Meinung und Überzeugung des Autors in den Mittelpunkt stellt, und zum Gesinnungsjournalismus (partisan journalism), bei dem eine bestimmte, oft einseitige politische oder ideologische Betrachtung von Ereignissen oder Themen zum Ausdruck kommt.

Die Verwendung des Begriffs Haltungsjournalismus ist entsprechend ungenau und umstritten und dient oftmals als politisches Schlagwort, um einem Autor mangelnde Objektivität und/oder Neutralität zu unterstellen. Daher wird alternativ auch der Begriff „werteorientierter Journalismus“ vorgeschlagen.

  1. Peter Welchering: Gesinnung oder Haltung. 8. Dezember 2020, abgerufen am 29. August 2023 (deutsch).
  2. Peter Welchering: Gesinnung oder Haltung: Klärung in einer journalistischen Wertedebatte. 11. September 2020, abgerufen am 30. August 2023.
  3. etwa Restle, Georg in: WDRprint Juli/August 2018, S. 44 f - Online verfügbar unter https://twitter.com/georgrestle/status/1014133298245853184/photo/1 Stand: 7. Oktober 2023.