Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende

Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende ist der letzte Roman des deutschen Schriftstellers Alfred Döblin und erschien 1956 im Rütten & Loening Verlag in der Deutschen Demokratischen Republik. Nachdem Döblin von mehreren westdeutschen Verlagen abgelehnt wurde, überzeugte ihn der Dichter und Chefredakteur der Zeitschrift Sinn und Form Peter Huchel von einer Publikation in der DDR. Für die Veröffentlichung im Ost-Berliner Verlag musste Döblin das Schlusskapitel ändern. Das Erscheinen des Romans 1957 im westdeutschen Langen Müller Verlag erlebte der Schriftsteller nicht.

Döblin erzählt von der Heimkehr des verwundeten englischen Soldaten Edward Allison und dessen Versuch, in seiner engeren sozialen Umgebung die Ursachen des Zweiten Weltkrieges zu erfahren. Als sich Gordon Allison, ein ehemals erfolgreicher Schriftsteller, von der Hartnäckigkeit seines Sohnes stark bedrängt fühlt, schlägt er ihm vor, sich gegenseitig Geschichten im Kreis der Familie und Verwandten wie Freunden zu erzählen, um Edward zumindest kurzzeitig abzulenken. An Giovanni Boccaccios epochales Werk Decamerone angelehnt, erzählen sich die Allisons und ihre Freunde Märchen, Klassiker wie König Lear, Hamlet, die Liebesfahrt des Kreuzritters Jaufré Rudel zu seiner Gräfin von Tripolis sowie antike Mythen und entlarven schließlich dadurch ihre eigenen Lebenslügen.