Erdrutsch

Ein Erdrutsch (auch Bergrutsch, veraltet: Erdschlipf, wenn kleine Flächen betroffen sind, auch Hangrutsch oder Hangrutschung) bezeichnet die abwärts gerichtete Verlagerung von Gesteins- oder Erdmassen, meistens ausgelöst durch starke Niederschläge (langandauernder Regen oder Starkregen) und das dadurch bedingte Eindringen von Wasser zwischen vorher gebundene Bodenschichten. Das entscheidende Merkmal ist, dass die Bewegung auf einer oder mehreren Gleitflächen stattfindet und der strukturelle Zusammenhalt der Massen dabei weitgehend gewahrt bleibt. Durch die Schwerkraft und die Verminderung der Haftreibung zwischen den Bodenschichten rutscht der Hang, bei ausreichend großer Hangneigung, ab. Sobald die gleitende Bewegung in einen freien Fall übergeht, spricht man definitionsgemäß von einem Bergsturz. Ein Erdrutsch unterscheidet sich vom Bergsturz durch die geringere Geschwindigkeit.

  1. Martin Meschede, Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 13. Auflage. Springer-Spektrum, Greifswald 2021, ISBN 978-3-662-62721-1, S. 31, 245, 358.
  2. John Grotzinger, Thomas Jordan: Allgemeine Geologie. 7. Auflage. Springer-Spektrum, Berlin 2017, ISBN 978-3-662-48341-1, S. 458  461.